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Sorgenfrei leben

Die Sorge klebt an uns - wie bekommen wir sie los?

Mythologien sind Gedanken in Bildern. Sie sind Seelengeschichten, über die wir wesentliche Erkenntnisse zum Menschen und zur Gesellschaft erhalten. Entstanden sind sie in einer ganz anderen Zeit, inspirieren aber auf überraschende Art und Weise auch heute. 

Sinnend saß Cura (die Sorge) an den Ufern eines Stromes, dem Spiele seiner Wellen zuschauend; unbewusst ihrer selbst, bildeten ihre Finger aus dem Ton des Ufers eine Gestalt, und siehe es war der Mensch. Sie bat den Jupiter, ihn zu beleben, welches dieser tat, worauf er jedoch verlangte, dass der Mensch nun auch ihm gehören solle, wogegen Cura (die Sorge) stritt, weil sie ihn gebildet habe, und was auch die Erde nicht zugeben wollte, da von ihr der Stoff genommen sei. Saturn, zum Schiedsrichter aufgerufen, entschied: Jupiter solle den Körper nach dem Tode erhalten,  Cura aber ihren Menschen während seines Lebens besitzen, und sein Name, weil es aus humus (Erde) gebildet, Homo (der Mensch) sein. (Aus Vollmer´s Mythologie aller Völker, Stuttgart 1874)

Die kleine Erzählung will dokumentieren, warum uns die Sorge so im Griff hat und warum wir ihr ein Leben lang „gehören“. Die Herkunft des Begriffs vereint ursprünglich zwei Aspekte: „sich um etwas kümmern“ und „krank sein“. Das hat sich in den Bedeutungen bis heute erhalten. Zum einen meint Sorge eine quälende, innere Unruhe, seelische Gedrücktheit und gleichzeitig auch sich um etwas oder jemanden bemühen. In jedem Fall bedeutet es eine besondere Fokussierung von Aufmerksamkeit auf etwas, was heftig an meinem Energietank saugt. Sich Sorgen machen ist uns sehr nahe, immer schon. Das zeigen die Metaphern nicht nur in der Mythologie, sondern auch in Erzählungen in Religionen und Philosophien über die Jahrtausende.

„Sorgt euch nicht um morgen...Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht und euer himmlischer Vater ernährt sie doch (Matthäus 6,26). So heißt es beispielsweise in der Bibel.
 

Sorge dich nicht, sei präsent – so eine buddhistische Weisheit. 
Eine entsprechende Auslegung dafür: Wenn Du das Problem lösen kannst, warum machst Du Dir Sorgen? Wenn Du es nicht lösen kannst, wozu dann die Sorge?
 
„Wenn du durch etwas Äußeres beunruhigt bist, liegt der Schmerz nicht an der Sache selbst, sondern an deiner Einschätzung davon; und da hast du die Macht, sie jederzeit zu widerrufen.“ 
(G. Kelsang zit. in dailybuddha.blog)

Unser Alltag ist voller Unberechenbarkeiten; das Unvorhersehbare kann sich jeden Moment zu uns gesellen. Können wir damit umgehen und die Spannung lösen oder wird es uns übernehmen? Bei unseren blitzschnelle Scans, wenn wir überlegen, wie eine Sache ausgeht, ob jemand für oder gegen uns ist, ob meinem Kind etwas passiert, ob ich den Arbeitsplatz behalten kann....schlägt das Pendel viel schneller in Richtung Angst wie in Richtung Zuversicht. Warum das so ist, kann man nur mutmaßen. Hier macht das Motto „Angsthasen leben länger“ oder „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“ in meinen Augen am meisten Sinn. Es scheint eine intuitive Überlebenstechnik zu sein, erst einmal einen Spannungsfokus aufzubauen: Vorsichtshalber gehen die Menschen zuerst in den Zustand muskulärer Anspannung und entsprechend verfinstern sich die Gedanken – wer weiß was passiert. Wir wappnen uns. Dann sind wir bereit zu handeln und zu überleben, archaisch gesprochen. Sorgenfalten, Kummerspeck, Karussell im Kopf, Steine im Magen haben, es geht mir an die Nieren – die Körper- und Organsprache lässt tief blicken. Dies ist eine eher lebenspraktische Denk- und Erklärweise. Phänomen erkannt – Phänomen gebannt? Die Erklärung dafür, warum wir vielleicht so schnell in Sorge verfallen, kann helfen gegenzusteuern. Die Sorge kommt und sie übernimmt uns, aber nur wenn wir sie lassen! Und wenn wir sie lassen, zieht sie uns in den Keller, macht uns klein, denk- und handlungsträge. 

Es liegt immer an uns, gegenzusteuern. Wie könnte das gehen?

Wer sich Sorgen macht, ist wach und lebendig! Dafür darf man sich zunächst würdigen. 

Wer sich für etwas würdigen kann, wertet sich nicht selbst ab. Das macht die Situation weicher, den Körper entspannter und die Veränderung leichter.

Wissen Sie, worüber genau Sie sich sorgen? Versuchen Sie es in einen Satz zu fassen. 

Damit bringen Sie das „Gedanken-Wirrwarr“ aus Ihrem Inneren auf ein Blatt Papier. Das empfinden viele bereits als Erleichterung. Was aus mir raus ist, kann in Nähe und Distanz verschoben werden.

Gestatten Sie sich den Realitätscheck!

Wie wahrscheinlich ist es, dass sich Ihre Sorge realisiert? Welche Erfahrungen aus der Vergangenheit können Sie dafür heranziehen? Wie oft haben Sie sich Sorgen gemacht, die sich nicht realisiert haben? Was schlimmstenfalls könnte passieren, wenn Ihre Sorge sich bewahrheitet? Eine gesunde Portion Rationalität kann auch hilfreich sein.

Gehen Sie bewusst und willentlich in körperliche Entspannung!

Machen Sie einen „bodyscan“ (bewusste Entspannung von Kopf bis Fuß). Wer muskulär entspannt ist, schätzt Situationen anders ein. Ein wertvolles Experiment, probieren Sie es aus. Hierfür könnten Sie zum Beispiel die 4:6 - Atmung ausprobieren, schauen Sie dazu auf unserem Instagram vorbei. Dort steht alles erklärt.

Suchen Sie ein Gegenbild zu Ihrem Sorgenbild!

Was wäre das Gegenteil von dem, was Sie oder was es in Ihnen befürchtet? Imaginieren Sie es in allen Farben und Details. Dann gehen Sie in eine Pendelbewegung zwischen dem guten Bild und dem Sorgenbild. Bleiben Sie immer gleich lang bei beiden Bildern und fangen dann an beim guten Bild länger zu bleiben und das Sorgenbild kürzer werden zu lassen.  

Haben Sie Vertrauen, dass nur für Sie Gutes in Ihr Leben kommt!

Spirituelle Menschen sind hier klar im Vorteil! Wenn ich nur Gutes imaginiere und mich für die Kraft außerhalb meiner selbst öffne, bin ich nicht „blauäugig“, sondern fokussiere meine Aufmerksamkeit auf Leichtes, Öffnendes, Freudiges. Das macht immer etwas mit meiner Körperhaltung, meiner Atmung, meiner Laune, meiner inneren Haltung, weil: Energy flows, where attention goes! Die Energie folgt immer meiner Aufmerksamkeit: Geht sie in den Keller oder geht sie in Zuversicht. Ich habe die Wahl und sollte steuern. 

 

Sorgenvolle Menschen sind dauerhaft besetzt! Alle Kraft fließt in Befürchtungen. Wofür? Meist treffen die Befürchtungen nie ein. Und falls dann doch mal eine käme – hätte ich genug Kraft zur Bewältigung. 

Experimentieren geht über Studieren – viel Erfolg!

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